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Geboren 1978 in Rosenheim, schloss Benedikt Schiefer sein Kompositionsstudium am Konservatorium in München und an der Hochschule für Musik in Basel ab.

2000 erhielt er das Richard Strauss Stipendium der Stadt München, 2001 Einladung zum Festival junger Künstler Bayreuth, 2002 Cité International des Arts, Paris. 2004 erhielt er den „Prix de la Création musicale“ am Festival Premier Plans in Anger. 2005 Composer in Residence an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. 2010 wurde er für den „Prix France Musique SACEM de la musique de Film 2011 nominiert und mit dem Gigahertz Produktionspreis ausgezeichnet. 2012 erhielt er den „Preis der deutschen Filmkritik“ und war Gastkünstler im Dialog des IMAtronic Festival labs. 2014 gewann er die „Internationale Plattform Neues Musiktheater 2014“.

Sein Werk führt von klassischen Kompositionen mit oder ohne Live-Elektronik über Filmmusiken in denen auch seine Kompositionen aus dem zeitgenössischen Kontext zum Einsatz kommen. Zudem gehören Klanginstallationen zu Schiefers Beschäftigungsfeld.
Seine „algorithmisch komponierende Media Installation“ Gesture wurde 2009 in der Galerie New Jerseyy in Basel gezeigt. 2010 bekam er den Auftrag über musikalisches Konzept, Planung und Sounddesign für den Schweizer Pavillon an der Expo 2010 in Shanghai. Mit seiner Arbeit „Brücken/Schlagen“ (Musik Manöver) hat Schiefer seine Vorstellung von „Raum als kompositorischer Parameter“ und „Komposition als Environment“ in einer konzeptuellen Komposition für 120 Basler Trommeln und Live-Elektronik Performance verbunden.

Seine Werke wurden unter anderem vom Ensemble Phoenix Basel, Ensemble Ascolta, Ensemble Wiener Collage, Ensemble Gelberklang, Neue Vocalsolisten, Gavriel Lipkind, Alexander Gilman, Simon Breyer, Stefan Blum, Thomas Hitzlberger, Samuel Stoll an verschiedenen Festivals, wie Biennale München, IMAtronic Festival, Wien Modern, Weltmusiktage, Akademie Musiktheater heute, Musik der Jahrhunderte, Musikfest Bremen, Ludwigsburger Festival für Neue Musik, ADevantgarde Festival, Festival Europäische Wochen Passau, Italienische Nacht München und an Örtlichkeiten, wie ZKM, Musikverein Wien, Mousonturm Frankfurt, Theater Basel, deSingel Antwerpen, Kammerspiele Hamburg, Staatstheater Karlsruhe, Residenztheater München, Theaterhaus Stuttgart, Stadttheater Bern, Gare du Nord Basel, Walcheturm Zürich, Bayerische Akademie der Schönen Künste und Gasteig München aufgeführt.

In seiner mikrotonalen Musik nutzt Benedikt Schiefer seit 2006 spektrale Methoden und Vorgehensweisen. Durch die Erfahrung in der Arbeit mit eigens geschaffenen Algorithmen bedient er sich, unter anderem, computer-generierter Strukturen, um seine Idee der „reduzierten Ästhetik“ und “Komposition als Environment“ zu verwirklichen. Mit seinen Live Performances erweitert Benedikt Schiefer seine Arbeit zwischen „Werk und Environment“ durch akusmatische Bühnenerlebnisse.

Benedikt Schiefer lebt in Berlin.



Porträt von Bernd Künzig (SWR 2)

Der 1978 geborene Komponist Benedikt Wolfgang Schiefer kann mit Fug und Recht als außergewöhnlicher Querdenker bezeichnet werden. Und nicht, weil er mit postavantgardistischer Provokation auf sich aufmerksam machen würde, sondern durch magische Klangverwandlung, die ihn mehrere Rollen einnehmen lässt. Da wäre zum einen der Komponist, der seine Ausbildung unter anderem bei Georg Friedrich Haas erhielt. Die mikrotonalen Klangwelten seines Lehrers spielen auch bei ihm eine gewisse Rolle, aber im Sinne magischer Verwandlung: Sein mit dem Giga-Hertz-Produktionspreis gefördertes Klavierstück trägt nicht ohne Grund den alchemistischen Titel “Azoth oder Das große Werk”. Daneben ist Schiefer aber auch ein erfolgreicher Filmkomponist der subtilen Spielfilme des Regisseurs Christoph Hochhäusler. Ausserdem tritt Schiefer in der ganz anderen Welt der Live-Elektronik mit unterschiedlichen Projekten auf.