Gesture (2009)
Algorithmic composing Media Installation for Disklavier Piano

new jerseyy gallery 8th october 2009





Gesture eine algorithmisch komponierende Media Installation für Disklavier.

"Gesture" bedient sich des O-Tons der Videoarbeit "Der Lauf der Dinge" des Künstlerpaares Fischli und Weiss als Ausgangsmaterial.
Die Arbeit ist massgeblich durch die Auseinandersetzung von Denis Smalley's Begriff "the physical gesture" aus Spectromorphology: Explaining sound-shapes (1997) geprägt. In "Der Lauf der Dinge" finden sich auf faszinierend inszenierte Art und Weise jene logischen, wahrnehmbar nachvollziehbaren "Gesten" als physikalisch (auch chemisch) ablaufende Ereignisse. Der Flügel dient nicht nur als Instrument und "althergebrachtes Möbel, Objekt" im Raum sondern auch als Projektionsraum konkreter Klänge. Es entsteht eine Klangsynthese aus gewöhnlichem Klavierklang und konkreten Klängen.
Zunächst einmal ist die Tonspur der Videoarbeit in neun Abschnitte geteilt, die vom Computer nach einem Randomprinzip so abgespielt werden, sodass sich kein Teil unmittelbar wiederholt (Remixverfahren). Diese Klänge werden mit Hilfe eines Solid Drive (eine Art Vibrator-Lautsprecher) auf den Resonanzkörper des Klaviers übertragen. Synchron dazu werden die Daten der Analyse des Tonmaterials (onset, velocity) abgespielt und von einem Algorithmus interpretiert, der das Resultat dann auf das Disklavier überträgt.
Der Interpretations- Algorithmus dient hauptsächlich dazu durch verschiedene "tables" den noch fehlenden Tonhöhenparameter zu den bereits vorhandenen Parametern hinzuzufügen (onset, velocity ... pitch). Phasenweise variiert ein "threshold" der die analysierten "velocities" nach ihrer Lautstärke filtert, sodass sich die Menge der Daten vergrössert oder verkleinert und damit die Anzahl der gespielten Noten am Klavier variiert (Quasi ein denoiser Algorithmus, weisses Rauschen – chromatisches Rauschen).